Bahnareale

Durch seine Lage am Südrand der Oberrheinischen Tiefebene verfügt Basel über ein ausgeprägt trockenwarmes Klima. Die Ebene besteht in weiten Teilen aus stark wasserdurchlässigen Schotterböden. Daraus resultieren magere Standorte mit hochspeziellen Artengemeinschaften, die zum Teil in der Schweiz einzigartig sind. So kommen zum Beispiel die Hornkraut-Trespen-Trockenrasen auf Schweizer Boden nur in der Nord- und Nordwestschweiz vor.

Bahnareale als Ersatzstandorte

Bahnareals gehören zu den wichtigsten städtischen Ersatzstandorten für wärme- und trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten. Dafür verantwortlich sind einerseits das lokale Klima und andererseits die Eisenbahnschotter, die sehr wasserdurchlässig und nährstoffarm sind und sich tagsüber in der Sonne stark aufheizen. Die bahnspezifische Pflege bestimmt ganz wesentlich das Vorkommen von Pflanzen und damit auch das der Tiere. Die Vegetationsfolge wird immer wieder unterbrochen und auf den Anfangspunkt zurückgesetzt, ideale Bedingungen also für Pionierarten. Bestandsprägend sind u. a. kleinwüchsige Frühjahrsannuelle wie Sand-Mohn, Niedriges Hornkraut, Früher Ehrenpreis, aber auch einwandernde Neuankömmlinge, sogenannte Neophyten.

In der Tierwelt sind Bahnareale besonders für Heuschrecken und Reptilien attraktive Lebensräume. Für diese beiden Gruppen ist der Anteil gefährdeter Arten sehr hoch. Unter den Heuschrecken sind es vor allem die Blauflügelige Sandschrecke, die Blauflügelige Ödlandschrecke und die Italienische Schönschrecke. Im Weiteren findet man hier Mauereidechsen und sogar Schlingnattern, die man allerdings so gut wie nie zu Gesicht bekommt.

Da die Ufer des Rheins weitgehend hart verbaut wurden, sind Eisenbahngelände mit ihren zusammenhängenden Schotterflächen und Böschungen für die Trockenheit und Wärme liebenden Pflanzen und Tiere wichtige verbliebene Korridore, denn sie bieten die Möglichkeit für den genetisch notwendigen Austausch zwischen den einzelnen Populationen durch die Stadt hindurch.

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