Mähen von Blumenwiesen

Mitarbeiter der Stadtgärtnerei mäht eine Blumenwiese

Pflegemassnahme zur Förderung der Artenvielfalt

In Verkehrs- und Baumrabatten sowie in Randbereichen der Parks wachsen prächtige Blumenwiesen mit Margeriten, Wiesensalbei, Kuckuckslichtnelken, Pippau und Vielem mehr. Es ist nur schwer verständlich, dass die Stadtgärtnerei die Wiesen mäht, wenn sie am schönsten sind. Für diese Vorgehensweise gibt es drei triftige Gründe:

  1. Eine Blumenwiesen ist kein natürlicher Bewuchs, sondern kann ihre Qualität erst durch den regelmässigen Eingriff des Menschen entwickeln. Wiesenblumen schöpfen ihre Kraft aus den tief am Boden liegenden Blattrosetten. Ohne ausreichend Licht würden die Blattrosetten verkümmern. Durch das Mähen der Wiesen werden die Blattrosetten von den darüber wachsenden Gräsern befreit und können sich kräftig entwickeln. Würde die Stadtgärtnerei auf diese Pflege verzichten, nähme das Gräservorkommen stetig zu und die Blumen würden allmählich verkümmern und von den Wiesen verschwinden.
  2. Stehen die Blumen in ihrer Vollpracht, sind die ersten Blüten schon abgeblüht und haben Samen bebildet. Das geschnittene Gras lässt die Stadtgärtnerei jeweils ein paar Tage liegen. Reife Samen fallen so aus und sorgen für stetige Verjüngung der Wiesen.
  3. Blumenreiche Wiesen beheimaten eine reiche Insektenwelt. Durch den Schnitt der Wiesen, verlieren diese vorübergehend ihren Lebensraum. Darum mäht die Stadtgärtnerei grössere Wiesenflächen in mehreren Etappen, um so den Insekten den nötigen Rückzugsort zu bewahren.

Die so gepflegten Wiesen entwickeln sich im Sommer rasch zu einer zweiten Blütenzeit. Im Spätsommer mäht die Stadtgärtnerei die Wiesen ein zweites Mal. So auf den Winter vorbereitet, ertragen sie allfälligen Schnee besser und erholen sich im Frühling schneller.