Gebäudebegrünung

Vordergrund: begrüntes Flachdach, Bodenbedecker in den unterschiedlichsten Farben, dominierende Farbe Weinrot und Gelb, mit wenigen grünen Stellen. Hintergrund: Hochhaus, dunkle Glasfläche in Blautönen und ein paar Industriekamine.

Die städtische Dichte lässt wenig Raum für grosszügige Grünflächen zu. Beziehen wir Wände und Dächer von Gebäuden mit ein, eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Fassaden und Flachdächer bieten viel Potential für lebendiges Grün. Kletterpflanzen und extensive Dachbegrünungen, aber auch begrünte Dachgärten und Terrassen geben der Natur schöne Entfaltungsmöglichkeiten. Sie verbessern das Mikroklima und beherbergen gleichzeitig eine vielfältige Fauna und Flora. Für das Haus bedeutet die Begrünung eine Art schützende Decke, die im Winter isoliert und im Sommer kühlt.

Extensive Dachbegrünungen

Begrünte Flachdächer sind im dichtbebauten Siedlungsgebiet von grosser Bedeutung: Sie begünstigen das Stadtklima, stellen einen Ersatzlebensraum für Flora und Fauna dar und vernetzen Lebensrauminseln.

Flachdächer sind folglich als wertvolle Lebensräume im Sinne des ökologischen Aus-gleiches mit einer Dachbegrünung zu versehen (§ 9 NLG, § 72 BPG).

Für die Dachbegrünung ist ein Substrat zu verwenden, das aus einem regionalen Ober- oder Unterboden besteht. Geeignet sind etwa humose Oberböden mit krümeligem Gefüge sowie kiesige, sandige Unterböden mit wenigen lehmigen und tonigen Komponenten. Das Bodenmaterial benötigt eine Schichtdicke von mindestens 12 cm. In heissen Sommermonaten kann die dünne Substratschickt vollständig austrocknen, was für viele Bodentiere den Tod bedeutet. Durch die Einrichtung von kleinen Hügeln entstehen vielfältige Kleinlebensräumen für diverse Pflanzen- und Tierarten.

Das Saatgut sollte möglichst eine Zusammensetzung aus einheimischen Arten sein. Eine extensive Dachbegrünung braucht Geduld. Bei Ansaat ist im ersten Jahr mit einem Bedeckungsgrad von 30 bis 50 Prozent zu rechnen.

Für die Planung und Ausführung der Flachdachbegrünung wird eine Begleitung durch die Fachstelle Dachbegrünung der Hochschule Wädenswil empfohlen (Tel. 058 934 59 29, E-Mail: bres@zhaw.ch). Die Beratung ist für die Bauherrschaft kostenlos.

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Fassadenbegrünung

In Strassen und Hofbereichen können Fassadenbegrünungen eine enorme ästhetische Aufwertung bedeuten und zum ökologischen Ausgleich beitragen. Eine besondere Aufmerksamkeit erfordert dabei die Pflanzenwahl. Klettermechanismen, Grössen-, Dicken- und Triebentwicklung etwa müssen berücksichtigt werden. Kletterhilfen und Verankerungen sollten auf Pflanzen und Fassadenkonstruktion abgestimmt sein.

Im Rahmen des Interreg-Projektes «Grenzüberschreitender Naturkorridor» wurde durch das TRUZ (Trinationales Umweltzentrum) in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei und weiteren Projektpartnern ein Merkblatt zum Thema Fassadenbegrünung ausgearbeitet.